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MATTSCHEIBE 3. Juli 2008, 12:28 Uhr 3 Kommentare

China hält die Hand davor

Willkommen im Reich der Mitte der Medienzensur. Dass Journalisten einen schweren Stand haben in der Volksrepublik, war bekannt. Dass nicht alles gezeigt werden darf, was ein Team filmen möchte auch. Das ZDF lieferte nun ein Dokument, wie es aussieht, wenn die Obrigkeit einschreitet. Und das live im Frühstücksfernsehen.

Dass der Zieleinlauf des 100-Meter-Sprints nicht zu sehen sein wird, dass kann nahezu ausgeschlossen werden. Ob aber ARD und ZDF während der Olympischen Spiele durchgehend wie geplant aus China senden können, bleibt offen. Begibt sich ein Team ab der Metropolen und Wettkampfstätten auf Recherche- und Filmtour, kann es nämlich ganz schnell vorbei sein, mit der freien Berichterstattung aus dem Land - und nicht nur mit der freien Berichterstattung, sondern mit der Arbeit überhaupt.

Wie schnell das geht, konnt live im ZDF-Morgenmagazin miterlebt werden. Korrespondent Johannes Hano wollte bloß mit Experten über die Geschichte der Chinesischen Mauer sprechen - live von der Mauer. Alles war genehmigt, doch selbst das war den örtlichen Sicherheitskräften zu viel. Sie stürmten in die Live-Übertragung, hielten ihre Hände vor die Kamera, dann brach die Übertragung ab.

Mehr als eine Stunde später durfte Johannes Hano wieder auf Sendung - und klärte zunächst auf: solche Situationen gehörten zum Alltag von Journalisten in China. Grund für die Bedenken der Sicherheitsleute war, dass ein nicht aus China stammender Experte auf der Mauer interviewt werden sollte. Die Behörden in den Regionen scheinen äußerst alarmiert, dass ein falsches Bild, das Statement eines bloß vermeintlichen Experte aus dem Land übertragen wird - und sorgen deshalb für ein Situationen, in denen auch der letzte versteht, dass es äußere Presse- und Medienfreiheit in China nicht gibt.

Wohlgemerkt: es sollte gar keine kritische Recherche übertragen werden, sondern nur ein illustres Stück aus dem Land, die erste Frage ging um Mythen zur Chinesischen Mauer. Wie wird es dann wohl sein, wenn Mythen - oder besser gesagt Gerüchte - zu chinesischen Medaillengewinnen aufkommen?







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3 Reaktionen zu “China hält die Hand davor”

  1. medienlese.com » Blog Archiv » 6 vor 9

    [...] China hält die Hand davor (vanity-care.de, Timo) “Willkommen im Reich der Mitte der Medienzensur. Dass Journalisten einen schweren Stand haben in der Volksrepublik, war bekannt. Dass nicht alles gezeigt werden darf, was ein Team filmen möchte auch. Das ZDF lieferte nun ein Dokument [Video, 6:26 Minuten], wie es aussieht, wenn die Obrigkeit einschreitet. Und das live im Frühstücksfernsehen.” (Dazu: Von chinesischer Stasi festgehalten, tz-online.de) [...]

  2. China-Watchblog | China hält die Hand davor

    [...] via Vanity Care [...]

  3. PianoMan

    PianoMan…

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