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PAPIER 26. Juni 2008, 20:45 Uhr 2 Kommentare

Das Schattendasein der Stadtmagazine

Was ist los in der Stadt? Konzerte, Clubs, Partys, Ausstellungen? Früher gab’s doch dafür eine Stadt- und Szenemagazin. Früher? Nein, auch heute noch. Nur nehmen viele diese Hefte nicht mehr wahr.

Am Wochenende fragte mich eine Bekannte, während wir im Tankstellen-Shop standen, ob es nicht in München auch ein Stadtmagazin gebe. Ups. Ja, irgendwie schon. Aber wie sieht das genau aus? Gekauft habe ich es noch nie. Als Müncher-Besucherin wollte sie nun aber die aktuelle Ausgabe erstehen, um ihren Party-Abend zu planen. Also ab ans Zeitschriftenregal. Zwischen “Goldenem Blatt”, “Revue”, “Frau im Glück” und “Glück der Frau” lagen zwar auch “Spiegel”, “Focus”, “Cicero” und “Brand eins”, aber kein Stadtmagazin.






Jemanden, der eines liest, habe ich auch seit Monaten nicht getroffen. Die einst populären Magazine fristen ein Schattendasein. Die lokale Berichterstattung obliegt meist den örtlichen Tageszeitungen, die zum Teil dafür investiert haben. So erscheint in München die Abendzeitung mit der Beilage “Die Stadt”, jeden Tag Neues aus Kunst und Kultur, dazu ein großer Terminkalender. In Hamburg hat die “Mopo” die Donnerstags-Beilage “Plan 7″ schon vor Jahren gestartet…

Doch offenbar rutschen Stadtmagazine nicht überall in ein Schattendasein ab. Die FR stellt “Kunststoff” vor, das aus Sachsen, Anhalt und Thüringen berichtet:

“Und wer sollte sonst über das Kunstmuseum im ehemaligen Dieselkraftwerk in Cottbus oder das Künstlerhaus im thüringischen Renaissance-Schloss Kannawurf berichten? Über den Versuch, im Erzgebirge eine Buchhandelskette aufzubauen, in der man auch Bahnfahrkarten kaufen kann? Über “Deutschlands erstes Buchdorf” in Mühlbeck-Friedersdorf, der rührende Versuch, ein Nest inmitten der Chemieregion Bitterfeld zum Freiluft-Antiquariat zu machen? Oder darüber, dass die Leipziger Konzertreihe FreiZeitArbeit am 1. Juli in der Agentur für Arbeit einen “Projektchor aus Mitarbeitern und Erwerbslosen” Hanns Eisler intoniert? Reiht euch ein in die Kulturvermittler-Arbeitlosen-Einheitsfront!”


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2 Reaktionen zu “Das Schattendasein der Stadtmagazine”

  1. Martin Rath

    Nun, hier sind die einheimischen Stadtmagazine recht weit verbreitet, nicht nur im Zeitschriftenhandel, selbst die REWE-Supermärkte führen “Stadtrevue”, “Kölner” & Co.
    Erklären kann ich mir - als “Zugezogener” - diese Präsenz allerdings nur durch einen ebenso zähen wie rätselhaften Lokalpatriotismus.
    Wünschenswerte Dinge - wie einen konzernfreien, kritischen (Lokal-) Journalismus - finde ich leider auch ‘nur’ im Netz, die Magazine haben hier jedenfalls den Anschluss verpasst.

  2. PianoTrade

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