MATTSCHEIBE
14. April 2008, 20:41 Uhr
1 Kommentar
Pressestelle Tagesschau?
Mal wieder ein Internet-Video - diesmal nicht von der ARD, sondern über die ARD. Darin erscheint die “Tagesschau” nicht als objektiver und unabhängiger Berichterstatter, sondern quasi als Pressestelle der Öffentlich-Rechtlichen. Und prompt formieren sich zwei Lager: eines von denen, die anscheinend alles aus dem Haus ARD schlecht finden, und sich endgültig bestätigt fühlen, und ein anderes von denen, die das zugegeben sehr lange Video als unsachlich schmähen.
Erst ansehen:
Eine kurze Geschichte über die Unabhängigkeit from Berlin Institute on Vimeo
Dann diskutieren.
Robin Meyer-Lucht, Leiter des weniger bekannten Medienforschungsinstituts Berlin Institute, wirft der Tagesschau vor, zur Entscheidung der EU-Kommission, ob Rundfunkgebühren unzulässige Beihilfen sind, mehr die ARD-eigene Interpretation als die Fakten geliefert zu haben. Und daran hängt er seine Sorge: Wenn schon in diesem Fall interne Kontrollgremien wie der zuständige NDR-Rundfunkrat nichts zu beanstanden haben, wie wirkungsvoll wird dann wohl der geplante Public-Value-Test für neue Online-Angebote sein, der ja auch intern erfolgen soll. Ach ja, und wie der “Tagesspiegel” meldet, hat er eine Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen den besagten “Tagesschau”-Bericht eingereicht.
“Wenn Sie noch immer glauben, die ARD-Tagesschau sei eine objektive Nachrichtensendung, so schränken Sie diese Aussage bitte ein um ‘außer es geht um die ARD’”, bloggt Thomas Knüwer vom Handelsblatt dazu. Und erntet Kritik in den Kommentaren im eigenen Blog und bei Stefan Niggemeier. Der hält Knüwer, “der seine Ahnungslosigkeit bei diesem Thema durch Zorn zu kompensieren versucht”, für befangen. Und Nachrichtenagenturen hätten doch ähnliche oder dieselben Formulierungen wie die “Tagesschau” verwendet.
Aber: Der “Tagesschau”-Beitrag war alles andere als gut. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind im Beihilfeverfahren gerade nochmal so davon gekommen. Ein Sieg sieht anders aus. Und dass die Finanzierung von ARD und ZDF nicht als gemeinschaftsrechtswidrig eingestuft wird, ist dem Einsatz der Regierungen in Bund und Ländern zu verdanken, die - trotz aller Kritik am öffentlich-rechtlichen Fernsehen - das dualen Fernsehsystem nicht durch die Hand der EU-Kommission zerschlagen wissen wollen. Video-Ankläger Meyer-Lucht hat auch damit Recht, dass der Beihilfestreit ist noch nicht zuende ist. Dafür muss ein geänderter Rundfunkstaatsvertrag her, der zum Zeitpunkt der Sendung noch nicht formuliert war und auch heute noch nicht gilt. Er ist allerdings in Arbeit und wird schon so rechtzeitig in Kraft treten, dass Deutschland nicht wegen ARD und ZDF als Sünder gegen das EU-Recht bestraft werden muss.
Und: Der “Tagesschau”-Beitrag ist alles andere als vollständig. Darin gleich eines der höchsten Vergehen, den Bruch von Staatsverträgen zu sehen, ist etwas hochgegriffen. Wenn es aber um Berichte “in eigener Sache” geht, wäre mehr Sensibilität der “eigenen Sache” förderlich. Deshalb darf die “Tagesschau” auch an einem strengeren Maßstab gemessen werden als beispielsweise die Deutsche Presse-Agentur.
Konkret fehlt der Hinweis auf den Privatsenderverband VPRT. Der Public-Value-Test wird nicht genannt. Und über das Tagesprogramm des Digitalkanals Eins extra heißt es, man wolle die “Tagesschau durchgängig auf dem Digitalkanal Eins extra” verbreiten. Eine Formulierung, die wie Meyer-Lucht anmerkt, eine rein “medienpolitische Sprachregelung” ist, denn Eins extra ist schon heute ein n-tv auf Sparflamme (womit hier nicht gesagt sein soll, dass dieses Angebot durchweg unerwünscht ist).
Meyer-Luchts Film hat mehr Pathos als ihm gut tut. Den Beitrag als “Tagesschau”-Bashing abzuwerten, geht aber fehl. Fairerweise zitiert Meyer-Lucht´auch Ex-NDR-Intendant Jobst Plog, der Beitrag hätte “möglicherweise noch eindeutiger” formuliert werden können. Auch in ARD-Reihen wird die “Tagesschau”-Meldung nicht als das Optimum angesehen.
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Am 14. April 2008 um 23:53 Uhr
Wo kämen wir hin, wenn alle nur sagen würden: „Wo kämen wir hin?” und niemand ginge um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?
Oder mit anderen Worten gesprochen:
„Auf der Suche nach dem Richtigen kann man viel Spaß mit dem Falschen haben”
Um genau dieses FALSCHE geht es, das legt die Leute ins Koma mit der Gewissheit die Welt ist Okay..
Wenn Aktien sinken.. gefolgt vom Goldpreis.. sollte doch jeden klar sein das was Faul ist am Markt der Eliten.