MATTSCHEIBE
20. November 2007, 10:51 Uhr
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Der NDR teilt
Öffentlich-rechtliches TV für jedermann, egal ob mit oder ohne Fernsehen. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) baut sein Web-Angebot aus. Doch es gibt einen besseren Weg als das Bereitstellen von Clips mit Creative-Commons-Lizenz. Und der sollte schnell eingeschlagen werden.
Wer ein Video vom NDR im Netz sucht, guckt ganz intuitiv zunächst auf die Seite des Senders. Und eben nicht auf Blog xyz, in der Hoffnung, dort könnte sich eine neuerdings legalerweise eingebaute Box finden. Also ist das Angebot von weiter verbreitbaren Filmschnipseln aus den Sendungen “extra3″ und “Zapp”, die der NDR nun veröffentlicht hat, mehr eine Spielerei - für Blogger und Websitebetreiber, die mit stolz geschwellter Brust mal ein NDR-Filmchen auf der eigenen Seite anbieten wollen. Auch der Sender profitiert, kann dank vermutlich steigender Zuschauerzahlen sein Angebot legitmieren.
Für Webnutzer, die das Fernsehen entlang des linearen Programmverlaufs eines Senders leid sind, bringt das neue Angebot kaum Zusatznutzen. Sie wollen nicht nur Schnipsel, sondern komplette Sendungen. Sie wollen nicht nur fein Selektiertes, sondern eine möglichst umfassende Auswahl. Also eine Mediathek, für die hier plädiert werden soll.
Das Öffnen der Archive im Netz bedeutet kein Überschreiten des Grundversorgungsauftrags. Lediglich der Verbreitungsweg eines ohnehin geschaffenen Produkts wird zeitgemäßer gestaltet. Neue Seiten mit neu fürs Netz geschriebenen Texten, die so nie ins Programm gehen und auch keine Sendung ergänzen, verdienen dagegen Protest von Seiten der Privaten. Und solche Seiten haben die ARD-Sender auch schon online gestellt!
Eine Mediathek verdient hingegen kein Naserümpfen, sondern Applaus. Rundfunkgebühren sind auch für Computer zu zahlen. Surfer haben es verdient, für dieses Geld Sendungen abrufen zu dürfen - und zwar nicht bloß Drei-Minuten-Sequenzen. Um das große Angebot zu genießen, darf der Weg auch in die Mediathek führen. Noch besser sind Abteilungen bei Videoportalen wie Youtube, Joost,…. Die Creative-Commons-Lizenzierung darf daher nur ein erster Schritt sein, dem weitere folgen müssen.
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